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Javanaise – der optimale Blusenstoff

„Javanaise ist ein feiner, weicher, meistens bedruckter Stoff in Leinwandbindung, meistens aus Viskose“ lesen wir auf S. 74 im Materiallexikon „Stoff und Faden“ (https://nahtzugabe.blogspot.de/p/das-buch.html).

Über Viskose haben wir gestern bereits kurz gesprochen und festgestellt, dass die leichte Version optimal geeignet ist für Blusen. Das gilt ebenso für Javanaise – Javanaise fällt weich und fließend.

„Der Mann neben der Bluse“ ist mein absolutes Lieblingsfoto aus dem Probenähen. So edel!!! Die tollen Fotos von Blauwalfluke zeigen wie schön Javanaise fällt. Er ist auch absolut herrlich zu tragen und selbst in schlichtem grau macht die Bluse doch so einiges her. (So viel, dass ich die Version glatt kopieren musste 😉 ).

Einer der Gründe warum wir das Materiallexikon von Constanze D. so lieben sind die vielen kleinen Randinformationen: „Javanaise ist benannt nach der indonesische Insel Java, da er an die mit Wachsbatik gemusterten Stoffe erinnert, die früher von dort importiert wurden. Die Kettfäden sind bei Javanaise sehr feine Filamentgarne, der Schuss besteht aus etwas stärkeren Spinnfasergarnen, daher hat der Stoff eine kaum merkliche Querrippenstruktur.“

Ich stelle mir die Stoffe der Insel Java jetzt so vor wie das Beispiel von Blaubeerwäldchen… tatsächlich findet man neben den unifarbenen Javanaise eben diese grafischen Muster recht häufig.

Der einzige Wehrmutstropfen ist die Verarbeitung. Javanaise ist teilweise extrem flutschig und verzieht sich auch gerne. Bei der Bluse Lissabon ist der Ausschnitt mit einem Beleg verarbeitet. An dieser Stell verläuft die Naht diagonal zum Fadenlauf – daher Achtung!!! ganz besonders vorsichtig nähen und nicht verziehen. Falls ihr den Stoff dennoch verzieht bemerkt ihr es sofort an den „Zipfeln“ die am Saum überstehen… 🙁

Aber was kann man dagegen tun? Es hilft auf jeden Fall mit einer feinen, neuen Nadel zu nähen und einen feinen Stich zu nutzen. Für den Zuschnitt empfiehlt „Stoff und Faden“ ein Tuch unterzulegen. Wir haben es ganz unkonventionell mit Maskingtape als Hilfsmittel versucht.

Zuerst solltet ihr den Stoff vorab gut bügeln bei mittlerer Einstellung (2 Punkte) – so liegt er schön und hat nicht ganz soviele Möglichkeiten „auszubüchsen“. Bügelt ihn trocken, da Javanaise dazu neigt „Wasserflecken“ zu bekommen. An Stelle der Stecknadeln haben wir kleine Stückchen Maskingtape genommen und das Schnittteil am Stoff festgeklebt.

Und dann noch Schneidematte und Rollschneider an Stelle einer Schere. Den Stoff schön festhalten, beschweren und dann mit dem Rollschneider zuschneiden.

So klappt es (für uns) am Besten 🙂

Liebe Grüße,

eure Hummeln

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